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Historisches zur Schulentwicklung

Im 16. Jahrhundert noch ein unbedeutendes Dorf, erhielt Limbach durch die Ansiedlung der Ritterherrschaft von Schönberg eine aktive Förderung der Landwirtschaft, Leineweberei und Schwarzfärberei. Johann Esche, Sohn eines Schwarzfärbers und im Rittergut Limbach als Kutscher tätig, lernte bei französischen Emigranten einen englischen Strumpfwirkstuhl kennen und baute diesen nach. Durch ihn - unterstützt durch ein Darlehen der Rittergutsfamilie Schönberg zur Unternehmensgründung - wurde Limbach zur Keimzelle der sächsischen Wirkerei.

Helena Dorothea von Schönberg traf 1749 für das Dorffleckchen und dessen Entwicklung bis zur Stadt wichtige zukunftsorientierte Entscheidungen, indem sie eine Strumpfwirkersiedlung (68 Häuser) auf dem Helene-Dorothenberg anlegen läßt. 1795 wird Limbach zum Marktflecken ernannt.

Eine stürmische Entwicklung - nicht ohne ernste existentielle Krisen - begann und förderte durch "Basteln und Tüfteln" eine gewisse technologische Kreativität.

Aber die Entwicklung dieser Eigenschaften erfordern Bildung, und so ist es nicht verwunderlich, daß sich aus den ersten Anfängen einer Küster- und Kantorschule im 16. Jahrhundert über selbständige Elementarklassen private Sammel-, Volks- und Realschulen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts herausbildeten und somit über Jahrhunderte Voraussetzungen für die industriellen Erfolge seiner Bürger schufen, deren Zahl zwischen 1700 und 1900 auf das fast Hundertfache anstieg. 1869 wurde in Limbach eine Strumpfwirkschule eröffnet. 1883 erhielt Limbach das Stadtrecht.

1927 bekam die Stadt Limbach das Recht zur Abnahme von Mittelschulprüfungen, das 1942 aber wieder entzogen wurde. Mit dem Fortschreiten der Industrie entstand im Bürgertum immer drängender der Wunsch, ein Gymnasium zu gründen, der - so paradox es klingt - erst durch die Zerstörung nahezu aller Oberschulen der Kreisstadt Chemnitz im 2. Weltkrieg verwirklicht werden konnte. Außerdem waren am Ende dieses verheerenden Krieges auch alle Verkehrswege nach Chemnitz und zum Gymnasium in Waldenburg unterbrochen. Dem fortschrittlichen Denken und hartnäckigen Intervenieren der von den Besatzungsmächten eingesetzten Bürgermeister der Stadt ist es zu verdanken, daß am 15. März 1946 die Genehmigung zur Gründung einer städtischen Oberschule erteilt wurde und der Unterricht bereits im April 1946 beginnen konnte. Die "Städtische Oberschule zu Limbach in Sachsen", kurz "Oblisa" genannt, deren Schulklassen- und Unterrichtsstruktur dem bürgerlichen deutschen Gymnasium entsprach, war ins Leben getreten.

Reformbewegungen führten zu Änderungen dieser Strukturen - oft auch mit nicht immer zu begrüßender Einseitigkeit verbunden - und auch der Namen der Oberschule.

1948 wurden die lateinischen Klassenbezeichnungen eingedeutscht, 1949 erhielt die Schule in Gedenken an Widerstandskämpfer der Studentenbewegung in München gegen den Faschismus den Namen "Geschwister-Scholl-Schule", 1948/49 "Erweiterte Oberschule (EOS)", und in Würdigung des von der Gestapo im KZ Buchenwald ermordeten ehemaligen KPD-Vorsitzenden 1974 "Ernst-Thälmann".

Nach der Wiedervereinigung beschlossen die Limbacher Stadtverordneten am 02.12.1990, der EOS den Namen "Albert-Schweitzer" zu verleihen, - dem Wirken des humanistischen Urwaldarztes in Lambarene (Afrika) gewidmet -, und damit ein Zeichen und Symbol sowie einen Bildungs- und Erziehungsauftrag für den Namensträger zu setzen.


Im Jahre 1911 / 12


Im Jahre 2000

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