Die Festwoche "50 Jahre Abitur in Limbach-Oberfrohna" 2001"50 Jahre Abitur in Limbach-Oberfrohna" war der Anlaß für das "Albert-Schweitzer-Gymnasium", dieses Jubiläum in der Zeit vom 19. - 25. Juni 2001 mit einem anspruchsvollen Programm festlich zu begehen. Dank ideenreicher Initiativen und liebevoll-exakter Vorbereitung wurden diese Tage zu einem Höhepunkt des Gymnasiums, der Stadt Limbach und seiner Bevölkerung, der "Jubilare" und aller Anwesenden. 1951 verließ der erste Abiturlehrgang die 1946 eröffnete "Oblisa" (Oberschule Limbach Sachsen), und seitdem haben Generationen von Schülern an dieser Schule die Reifeprüfung abgelegt und sich Bildung für ihr späteres Leben angeeignet. Das Grußwort des Staatsministers für Kultur des Freistaates Sachsen, Dr. Matthias Rößler, zum 50. Jubiläum des Abiturs am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Limbach-Oberfrohna eröffnete den Reigen der ehrenvollen Gedenken. Am 22.06.2001 war ein Empfang der Jubilare bei Oberbürgermeister Dr. Rickauer im Rathaus der Großen Kreisstadt Limbach-Oberfrohna mit einem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt. Am Nachmittag dieses Tages fand die Festveranstaltung der Abiturienten des Jahrganges 2001 gemeinsam mit den Jubilaren, den ehemaligen Abiturienten der Jahrgänge 1951 und 1952, in der restaurierten Parkschänke statt. Feierlich wurde den diesjährigen 101 Abiturienten ihr Abschlußzeugnis, die Reifeprüfung überreicht und anschließend den acht "51ern" das "Abiturium aureum", das Goldene Abitur. Es waren für alle Beteiligten bewegende Momente, und die Jubilare gedachten auch der Fehlenden und bereits Verstorbenen. Nicht ohne Demut und Dankbarkeit drängten sich Bilder des mit allen Höhen und Tiefen gelebten Lebens während der emotionalen Ansprachen und musikalischen Darbietungen in den Vordergrund. Und die Jubilare, von denen sich ein großer Teil über Jahre trotz der damaligen politischen Widrigkeiten, Grenzen und großen Entfernungen noch immer stark verbunden fühlt, bieten vielleicht sogar für die heutigen jugendlichen Abiturienten ein nachahmenswertes Beispiel. Ebenfalls am 22. Juni 2001 wurde 19:30 Uhr zum Empfang der Stadt auf Schloß Wolkenburg in den dortigen Festsaal geladen, an dem wiederum Oberbürgermeister Dr. Hans-Christian Rickauer die Jubilare und Absolventen der 51er und 52er Abiturjahrgänge begrüßte und Bürgermeister Lothar Hohlfeld interessante Informationen zur Sanierung des Schlosses Wolkenburg gab. Mit einem gut gewählten musikalischen Programm und appetitlichen Leckerbissen in den Kabinettsräumen des Schlosses endete dieser Abend mit der Busfahrt nach Limbach. Das "große Klassentreffen" der Abiturjahrgänge 1953 bis 1989 in der Parkschänke des Stadtparks, zu dem in akribischer Kleinarbeit 2112 den Organisatoren bekannte ehemalige Schüler und Abiturienten angeschrieben wurden, das der Jahrgänge 1990 bis 2000 in einem riesengroßen, den gesamten Schulhof einnehmenden Festzelt und der Abitur-Ball der neuen Abiturienten des Jahrganges 2001 mit ihren Angehörigen und Freunden in einem Ballsaal in Glauchau ließ Visionen zur Realität werden, unter anderem die, daß eine solche Veranstaltung in einem wieder vereinigten Deutschland ohne Grenzen, der "Mauer" und den lebensgefährlichen Einzäunungen rund um den ostdeutschen Teil unseres Vaterlandes stattfinden konnte. Die von Frank Riebisch organisierten und moderierten Stadtrundfahrten unter Einbeziehung der Ortsteile Kändler, Pleißa, Oberfrohna und Rußdorf zeigten die rasante Entwicklung der Stadt und deren Neubauten, aber leider auch den Verfall ehemaliger, von den sächsischen Unternehmern geschaffener Fabriken. Hier rächen sich die Enteignung bzw. Vertreibung der einstigen Fabrikbesitzer durch die russische Besatzungsmacht und die 40 Jahre im Weltmaßstab nicht konkurrenzfähige Planwirtschaft des DDR-Sozialismus.
Bei "Fabriken" gilt es das Industriemuseum (eine ehemalige Esche-Fabrik - wir erinnern uns: des Pioniers der sächsischen Wirkerei und seiner Nachfahren Moritz Samuel und Reinhold Esche, die 1853 die ersten Fabriken erbauten Große Beachtung fanden die Vorlesungen mit vielseitigen Themenbereichen während der "Wissenschaftstage": Ehemalige Absolventen, jetzt angesehene Akademiker und Wissenschaftler, hielten öffentlich insgesamt 21 Vorträge im Industriemuseum, in der Goetheschule und im Saal der Sparkasse. Das war für viele Bürger die Gelegenheit zur Information und Fragestellung zu vielen verschiedenen Wissenschaftszweigen; - für die Ehemaligen die Gelegenheit, an der Peripherie des jahrelangen Wirkungskreises der ehemaligen Klassenkameraden oder -kameradinnen zu schnuppern. (siehe »Wissenschaftstage) Für die Ausstellung zur Schulgeschichte im Hauptgebäude, von der feierlichen Eröffnung am 19.06.2001 bis zum Tag der offenen Tür am 24.06.2001, bestand reges Interesse bei allen Besuchern, die an einem Modell auch Wissenswertes über den geplanten Schulanbau, einem auditorium maximum, erfuhren. Die ehemaligen Absolventen der Abiturjahrgänge 1951 und 1952 hatten während der Festwoche Gelegenheit, im Unterricht zu hospitieren. Mit dem feierlichen Ökumenischen Gottesdienst, der Schul- und Turmbesichtigung, dem Frühschoppen im Festzelt auf dem Schulhof und zahlreichen Schülerveranstaltungen einschließlich der öffentlichen Theatervorstellung der Gruppe "Spunk" des Albert-Schweitzer-Gymasiums mit Thornton Wilders Stück "Unsere kleine Stadt", Treffen der Jubilare und von Schülern des nachfolgenden Jahrgangs klangen die so ereignisreichen und schönen, auch in die Jugendzeit zurückführenden Tage mit freudvollen und möglicherweise auch wehmütigen Reminiszenzen aus und hinterließen bei allen Gästen dankbare Erinnerungen und den Wunsch, solche Tage, wenn auch nicht in dieser Größenordnung, zur Gewohnheit werden zu lassen. |